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Magenkrebs (Magenkarzinom) - Ursachen, Symptome und Behandlung

Die medizinische Bezeichung für Magenkrebs lautet Magenkarzinom. Typisch für diese Krebserkrankung ist, dass sie meistens bei Personen über siebzig Jahren auftritt. Seltener betroffen sind Menschen im mittleren Alter.

Bei jungen Menschen und Kindern ist Magenkrebs eher eine Ausnahme. Etwa fünf Prozent aller Krebskranken in Deutschland leiden unter Magenkrebs. Die Zahl der an Magenkrebs erkrankten Menschen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verringert.
Ursachen für Magenkrebs

Die genaue Ursache für die Entstehung von einem Magenkarzinom ist bisher nicht eindeutig erforscht. Man weiß, dass einige Faktoren das Risiko an Magenkrebs zu erkranken erhöht:

Ernährung
Der Verzehr von sehr salzigen Nahrungsmitteln und geräucherten, gepökelten und gegrillten Lebensmitteln fördert die Entstehung eines Magenkarzinoms. Wird Fleisch gepökelt, wandeln sich Nitrit- und Nitratsalze in Nitrosamine um, die kanzerogene Eigenschaften besitzen. Ebenso entstehen beim Grillen und Räuchern Kanzerogene. Zudem kann es bei einem mangelnden Verzehr von frischem Obst und Gemüse zu einer Risikoerhöhung kommen.
Der Rückgang der Zahlen von an Magenkrebs Erkrankten hängt wahrscheinlich mit veränderten Ernährungsgewohnheiten zusammen. Allgemein werden weniger Lebensmittel durch Räuchern, Pökeln oder Salzen haltbar gemacht und es wird mehr frisches Obst und Gemüse verzehrt.

Infektion mit Helicobacter pylori
Beim Helicobacter pylori handelt es sich um ein Bakterium, das sich in der Magenschleimhaut einnistet. Bei rund neunzig Prozent aller Betroffenen von Magenkrebs kann eine Gastritis (Magenschleimhautentzündung) nachgewiesen werden, die durch Helicobacter pylori ausgelöst wurde.

Magenkrankheiten
Einige Magenerkrankungen erhöhen das Magenkrebsrisiko. Dazu gehören chronisch-atrophische Gastritis, adenomatöse Magenpolypen, Magengeschwüre, Morbus Ménétrier und Riesenfaltenmagen-Gastritis. Auch eine Magenoperation kann ein erhöhtes Risiko darstellen.

Rauchen
Im Tabakrauch sind kanzerogene Stoffe enthalten, die das Magenkrebsrisiko stark erhöhen.

Erbliche Veranlagung
In einigen Familien tritt die Krebserkrankung im Magen gehäuft auf. Das Risiko an Magenkrebs zu erkranken erhöht sich stark, wenn bereits in der Verwandtschaft ersten Grades ein Magenkarzinom vorliegt.
Symptome bei Magenkrebs

Am Anfang der Entstehung eines Magenkarzinoms bestehen noch keine oder sehr unspezifische Symptome. Meistens können die Betroffenen einige Nahrungsmittel nicht mehr vertragen oder haben Verdauungsprobleme. Bei einigen Beschwerden sollte vom Arzt abgeklärt werden, ob sie ein Anzeichen für Magenkrebs sein könnten:

Appetitlosigkeit
Gewichtsverlust
Aufstoßen, Übelkeit, Erbrechen über einen längeren Zeitrum
plötzliche Abneigung gegen verschiedene Nahrungsmittel
Neue Unverträglichkeiten von Lebensmitteln
Druck- oder Völlegefühl über einen längeren Zeitraum
Schmerzen im oberen Bauchbereich
Leistungsabfall
Schwächegefühl
Schluckprobleme beim Essen
Anämie (Blutarmut)
Teerstuhl
Erbrechen von Blut
Bauchwasserbildung

Diagnose bei Magenkrebs

Bei einem Verdacht auf Magenkrebs werden verschiedene Untersuchungsverfahren vorgenommen. Diese Untersuchungen sind wichtig um festzustellen, ob ein Magenkarzinom vorliegt oder wie weit der Magenkrebs fortgeschritten ist. Zunächst folgt eine körperliche Untersuchung und eine Gastroskopie (Magenspiegelung). Bestätigt sich bei diesen Untersuchungen der Verdacht, folgen Ultraschalluntersuchung, Laboranalyse, endoskopischer Ultraschall und das Röntgen der Lunge. Durch diese Maßnahmen kann erkannt werden, ob Metastasen in anderen Körperbereichen bestehen.

Als zusätzliche Untersuchungsmethoden werden oftmals Bauchspiegelung, Magnetresonanztomographie der Leber und/ oder Computertomographie durchgeführt.
Behandlung von Magenkrebs

Für die Behandlung von Magenkrebs kommen Operation, Chemotherapie, Antikörpertherapie und Strahlentherapie in Frage.
Operativer Eingriff

Die Operation ist das wichtigste Behandlungsverfahren. Das Ziel eines operativen Eingriffs ist die komplette Entfernung des Tumors. Dabei wird der Magen entweder teilweise oder ganz entfernt. Bei dieser Operation werden auch immer die Lymphknoten entfernt, die sich im Umfeld des Magenkarzinoms befinden. Dies dient der Sicherheit, da sich die Krebszellen über die Lymphdrüsen ausdehnen können. Besteht ein Magenkrebs in der oberen Hälfte des Magens und das Magenkarzinom ist bereits im fortgeschrittenen Stadium, müssen oftmals ebenso der untere Bereich der Speiseröhre und die Milz entfernt werden.

Die Betroffenen bekommen einen Magenersatz, der aus dem Dünndarm konstruiert wird. Dieser Ersatzmagen wird mit der Speiseröhre oder mit dem restlichen Magen verbunden, sodass ein Rückfluss von Bauchspeicheldrüsensekret und Gallensaft ausgeschlossen ist.

Eine heilende Operation ist nicht bei allen Betroffenen möglich. Bei manchen Menschen ist der Krebs schon so weit fortgeschritten, dass er durch die Magenwände gewachsen ist. In einigen Fällen wird mittels Chemotherapie versucht, den Tumor zu verkleinern, um ihn dann per Operation besser entfernen zu können. Es kann ebenso möglich sein, dass der Tumor bereits andere Organe oder Körperregionen befallen hat.
Chemotherapie

Bei der Chemotherapie wird nicht nur lokal (wie bei der Operation) behandelt, sondern sie wirkt auf den gesamten Körper ein. Eine Chemotherapie wird eingesetzt, wenn bereits Metastasen in anderen Körperbereichen bestehen. Die Zytostatika (Chemotherapeutika) werden entweder mittels Tabletten oder Infusionen verabreicht. Eine Chemotherapie stoppt das Zellenwachstum. Da Zytostatika ebenfalls auf gesunde Zellen einwirkt, kommt es zu Nebenwirkungen wie Haarausfall, Übelkeit, Blutbildveränderungen oder Durchfall. Diese Begleiterscheinungen lassen sich mit bestimmten Maßnahmen reduzieren und hören nach Ende der Chemotherapie auf.

Eine Chemotherapie wird manchmal vor einer Operation durchgeführt, um einen Tumor zu verkleinern. Dadurch lassen sich große Tumore besser entfernen.
Antikörpertherapie

Es gibt gewisse Rezeptoren, die ein Wachstum von Krebszellen fördern. Dazu gehören HER2-Rezeptoren. Bei rund sechzehn Prozent der Menschen mit Magenkrebs ist eine Überexpression von HER2 aufgetreten. In den Fällen sitzen die Rezeptoren dicht aneinander auf der Oberfläche der Zellen. Verbinden sich diese Rezeptoren, erhält das Innere der Zelle ein Signal für Wachstum. Die Zelle teilt sich dann und vermehrt sich auf diese Weise. Für Magenkrebs bedeutet dies, dass sich die Krebszellen unkontrolliert teilen und vermehren.

Vor einigen Jahren konnte ein Antikörper entwickelt werden, der gegen HER2-Rezeptoren wirkt. Dieser Antikörper bindet sich an den Rezeptor und somit können keine Wachstumssignale übertragen werden. Das Zellwachstum wird dadurch gebremst. Zudem ist der Antikörper in der Lage, die Immunabwehr zu aktivieren. Das Immunsystem greift die Tumorzellen an und kann sie zerstören.

Bei der Antikörpertherapie werden im Abstand von drei Wochen HER2-Antikörper mittels Infusion in die Vene geleitet. Diese Therapie wird mit der Chemotherapie kombiniert.
Strahlentherapie

Kann der an Magenkrebs erkrankte Mensch nicht operiert werden oder hat er auf eine Chemotherapie nicht angesprochen, wird die Strahlentherapie eingesetzt. Sie hat das Ziel Schmerzen zu lindern und Metastasen zu behandeln. Manchmal wird die Strahlentherapie mit der Chemotherapie kombiniert und vor einer Operation eingesetzt. Dadurch wird der Tumor verkleinert und ist besser zu entfernen.

Die Strahlentherapie wird ebenfalls bei Knochenmetastasen angewendet, um die Schmerzen zu lindern.
Palliative Behandlung

Ist der Magenkrebs in einem Stadium, der nicht mehr behandelbar oder heilbar ist, erfolgt die Palliativbehandlung. Ihr Ziel ist die Linderung von Schmerzen und sie soll dem Betroffenen eine größtmögliche Lebensqualität bieten.
Nachsorge bei Magenkrebs

Die Nachsorge nach abgeschlossener medizinischer Behandlung umfasst verschiedene Aufgaben. In den ersten zwei Jahren finden Nachuntersuchungen statt, die zunächst alle drei Monate und später jedes halbe Jahr durchgeführt werden. Dadurch können eventuelle Folge- oder Begleiterkrankungen behandelt werden. Ebenso kann bei einer erneuten Bildung eines Tumors sofort eingegriffen werden. Bei einer teilweisen Magenentfernung sollte eine Magenspiegelung regelmäßig durchgeführt werden. Wurde der komplette Magen entfernt, bekommt der Betroffene alle zwölf Wochen Vitamin B12 gespritzt.

Zur Nachsorge gehört ebenfalls die Unterstützung bei sozialen oder psychischen Problemen. Dem Betroffenen wird geholfen, sich mit der neuen Situation zurechtzufinden und sein Leben neu zu ordnen. Ein Ernährungsberater hilft bei der Ernährungsumstellung und gegebenenfalls sollte sich der Betroffene Unterstützung bei einem Psychotherapeuten oder einer Selbsthilfegruppe holen.
Magenkrebsvorsorge

Es gibt keine gesetzliche Magenkrebsvorsorge, da zum einen vergleichsweise wenige Menschen an Magenkrebs erkranken und sich zum anderen ein Magenkarzinom nur durch eine Magenspiegelung feststellen lässt. Die Risiken und der Aufwand einer Gastroskopie sind zu groß für eine regelmäßige und routinemäßige Vorsorgeuntersuchungen bei gesunden Menschen. Bestehen oben beschriebene Symptome, sollte der Weg zum Arzt genommen werden, um einen möglichen Magenkrebs rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Ernährung nach einer Magenoperation

Nach einer teilweisen oder kompletten Magenentfernung besteht ein veränderter Verdauungsvorgang. Beschwerden wie Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Durchfall oder Sodbrennen sind oftmals die Folgen einer Magenoperation. Für Betroffene ist deshalb eine leichte Vollkost empfehlenswert. Es sollten mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich genommen werden. Die Speisen werden in Ruhe und langsam gegessen und gründlich gekaut. Zu den Mahlzeiten sollte keine Flüssigkeit aufgenommen werden. Zwischen den Mahlzeiten werden kleine Mengen Flüssigkeit schluckweise getrunken. Die Speisen sollten weder zu kalt noch zu heiß sein. Vermieden werden sollten gezuckerte Lebensmittel und oftmals ist Milch nicht mehr gut verträglich, sodass auch auf Milchprodukte verzichtet wird. Nicht zu empfehlen sind Kaffee, scharfe Gewürze, Merrettich, geräucherte oder gepökelte Nahrungsmittel und Alkohol. Außerdem sollte der Tagesbedarf an Fett sechzig Gramm nicht überschreiten.
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